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Die übrigen Mädchen

Sybille Bauer
Film, Video, 2016
Visuelle Kommunikation

Experimentalfilm, 12:00 min

Sybille Bauers Filmarbeiten sind Konfrontationen mit dem Unbequemen. Die Künstlerin richtet ihren intimen, feministisch geprägten Blick auf die menschliche Gefühls- und Erfahrungswelt. Sprach- und Textmaterialien wie Tonaufnahmen ihrer Großmutter, das Krankheitstagebuch ihres verstorbenen Vaters oder die Bibel dienen als Quellen. Bauer entnimmt den Erzählungen von Krankheit, Tod und Gewalt essenzielle Textfragmente und kontextualisiert diese mittels Aneignung und Reinszenierung neu.

„Die Kamera zieht durch dunkle, abstrakte Räume. Ein junges Mädchen flüstert im Off. Der Inhalt einer biblischen Geschichte wird zu einem gegenwärtigen Zustand.“ Im Werk Die übrigen Mädchen wird nur wenig gezeigt, nicht viel gesagt, und es entsteht eine starke Kluft zwischen Inhalt und Form. Die Reduktion der Erzählweise betont die Brutalität und Gewalt des Erzählten.

Die experimentellen Filme von Bauer evozieren beklemmende Gefühle, bewegen nachhaltig und regen zum Denken an. Ist es doch auch Aufgabe der Kunst, unbequem zu sein. 

 

Diese Arbeit wurde in der Ausstellung BestOff 2017 gezeigt.

"Die übrigen Mädchen" © Sybille Bauer; 2016

"Die übrigen Mädchen" © Sybille Bauer; 2016