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Denken und Planen für Feistritztal

Start: Oktober 2015 Schlusspräsentation: 29.01.2016

Baukultur im oststeirischen Hügelland 

www.feistritztal.at

Studio Gnaiger / Konzeption und Entwurf
TYP Entwurfsprojekt
ENTWURFSBETREUUNG  Roland Gnaiger, Elena Torres, Michael Zinner
KOORDINATION: Elena Torres

THEMENSTELLUNG
Feistritztal (Bezirk Hartberg-Fürstenfeld / Oststeiermark) ist eine neue Gemeinde, die erst mit Jahresbeginn 2015 als Ergebnis der steirischen Gemeindefusion entstand. Diese neue Kommune, die sich aus den Ende 2014 aufgelösten Kleingemeinden Blaindorf, Kaibing, Sankt Johann bei Herberstein, Siegersdorf bei Herberstein und Hirnsdorf zusammensetzt, hat insgesamt rund 2.500 EinwohnerInnen.  

Mit der politisch von der Landesregierung verordneten (nicht ganz freiwilligen) Vereinigung gehen eine Menge Fragen einher:
Wo wird in weiterer Folge das Zentrum sein? Welches der Gemeindeämter wird Verwaltungszentrale? Bleiben alle Kindergärten bestehen? Wo soll betreutes Alten- wohnen eingerichtet werden? Welche touristischen Bestandsbauten verdienen es erhalten zu werden, und welche Elemente werden wo gestärkt oder neu entwickelt? Und in weiterer Folge:

Sind diese Entscheidungen das Ergebnis kultivierter politischer Prozesse oder eines üblichen Interessengerangels, das die BürgerInnen außen vor lässt? Und natürlich liegen in der Neu(er)findung einer Gemeinde auch große Chancen mit alten Problemen und aktuellen Sorgen neu umzugehen: Strukturen zu bereinigen oder herauszuschälen, Schwerpunkte neu zu setzen, nach Leitbildern zu suchen und sich neu und attraktiv auszurichten.

Feistritztal liege etwa 60 km östlich von Graz im steirischen Hügel- und Apfelland. Das kommunale Gebiet beherbergt eine Landschaftsschutzzone, ein Natura 2000-Gebiet und einen Flussabschnitt, der im regionalen Gewässerschutzprogramm notiert. Feistritztal zeichnet eine touristische und landwirtschaftliche Prägung aus und eine ausnehmend hohe Dichte an Kulturerbe. Im Südteil: eine Zone von ausgeprägter landwirtschaftlicher Charakteristik mit fruchtbare Böden, auch mit Massentierhaltung; Im Nord- und Mittelteil: ein Wallfahrtsort mit Heilquelle (Maria Fieberbründl) von überregionaler Strahlkraft und Bekanntheit. Das an die Gemeinde angrenzende Schloss Herberstein ist wegen seines Tierparkes ein beliebtes Ausflugsziel. Der Aufenthalt in der Gemeinde lohnt wegen ausgedehnter Wandermöglichkeiten, dem Baden in der dem Ort namensgebenden Feistritz und wegen seiner feinen und teils original erhaltenen Gasthäuser; Gastgärten und Heurigen.

AUSGANGSLAGE
Die Kunstuniversität Linz / Professor Gnaiger wurde von Gemeinde- und Tourismusverantwortlichen und von regional tätigen KulturarbeiterInnen eingeladen, sich über die Gemeindeentwicklung von Feistritztal Gedanken zu machen. Ausgangspunkt waren Überlegungen zur Wiederbelebung längst vergessener Sommerfrischeangebote wie beispielsweise des Flussbades von St. Johann bei Herberstein oder der Gastronomie in Maria Fieberbründl.  

Unterstützt wird dieses Vorhaben durch die Steirische Landesregierung, vertreten durch den Baukulturverantwortlichen des Landes, Architekt Günter Koberg. Von dieser Seite werden Planunterlagen bereitgestellt. Die Gemeinde (BürgerInnen, die Prozessbegleiterin Edith Kutschera-Kogler, sowie weitere Gemeinde- und Tourismusverantwortliche) werden für die örtliche Unterbringung, für Begehungen, für Auskünfte und Einblicke sorgen und die Studierenden mit allen erforderlichen Informationen versorgen.  

AUFGABENSTELLUNG / PROGRAMM
Das Projekt „Denken und Planen für Feistritztal“ ist ein groß angelegter Brainstormings- und Planungsprozess, der den Studierenden die konkrete Einschätzung frei lässt, welche Themen sie bearbeiten wollen und was sie mit Entwürfen zur Darstellung bringen wollen. Die Herangehensweise ist intuitiv- künstlerischer Natur. Keine nicht enden wollende Grundlagenarbeit oder Analyse ist Thema und Ausgang der Arbeit, sondern das Entwickeln eines Gefühls für den Ort und für die eigene Vorliebe, mit diesem Ort und seinen Bedingungen umzugehen. Das Ergebnis sollte sinnlich sein, Interesse wecken und Lust machen auf die Auseinandersetzung mit der neuen Gemeinde. Die Ergebnisse sollten den Blick weiten, ungesehene Potentiale zu Tage fördern und da und dort konkrete Vorschläge zur Nutzung von Leerständen und Bestandsbauten oder zur Siedlungsentwicklung vorstellen, oder die Entwicklung des Ortes mit Neubauten und landschaftsgestalterischen Projekten beflügeln.

Die Entwicklungen der „Ländlichen Räume“ ist ein globales Zukunftsthema. Nur wenn es gelingt, neues Interesse für das Arbeiten und Wohnen am Land zu wecken, das soziale und kulturelle Leben aber auch die Wirtschaftskraft und Eigenversorgung zu stärken, hat diese Lebensform Zukunft. Feistritztal – auch als Prototyp!  

ABLAUF / ARBEITSFORM und TEILNAHMEBERECHTIGUNG

  • Besichtigung und Analyse des Ortes
  • Eindrücke sammeln, Recherche
  • individuelle Themenwahl (siehe auch in der Beilage: Feistritztal Fakten und Themen)
  • Entwurfsprogramm
  • Entwurf, Ausarbeitung in Skizzen, Plänen und Modellen mit Rücksicht auf das  individuelle Thema oder Aufgabenprofil
  • Zwischen- und Schlusspräsentation
  • Interdisziplinäres Arbeiten. Barbara Bacher kann in den Entwurfsprozess                                               eingebunden werden (Vertiefung Freiraum als Pflicht und/oder freies Wahl im BA oder MA).
  • Teamarbeit ist zulässig. Größere oder komplexerer Themen und Aufgabenstellungen können in Gruppen mit bis zu vier Studierenden bearbeitet werden.
  • Teilnahmeberechtigt sind alle Studierenden ab dem 5. Semester
  • Anzahl der TeilnehmerInnen: 15 (nach Eingang der Anmeldung)
  • Frühe Anmeldung wegen Vorbereitung und Organisation (bis 21.9.)    

TERMINE
Anmeldefrist zur Teilnahme bis: Montag, 21.09.2015
Semesterstart & Themenvorstellung: Donnerstag, 01.10.2015, 15.00 Uhr
Abfahrt nach Feistritztal, Bus ab Linz: Mittwoch, 07.10.2015, 15.15 Uhr
Ankunft Graz: Mittwoch, 07.10.2015, 17.55 Uhr
Recherche, Augenschein vor Ort, Start:  Donnerstag, 08.10.2015
Recherche, Augenschein vor Ort, Ende: Sonntag, 11.10.2015
Rückfahrt: Sonntag, 11.10.2015  

1.Besprechung, Themenwahl; Teams: Mittwoch, 14.10.2015, 09.00 Uhr
Impulstag (13 bis 18 Uhr): Dienstag, 10.11.2015, 13.00 Uhr
Entwurfsklausurwoche Start: Montag, 09.11.2015, 09.00 Uhr
Entwurfsklausurwoche Präsentation: Freitag, 13.11.2015, 14.00 Uhr
Entwurfskritiken jeweils: jeden Mittwoch ab 08.30 Uhr
Abgabe: Dienstag, 26.01.2016,. 16.00 Uhr
Schlusspräsentation: Freitag, 29.01.2016, 09.00 Uhr 

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August 2013

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