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Das Bernhardzimmer

Neugotik im Herzen des Klassizismus

Ausstellung
2009

Das Projekt "Premieren des Wandels" wurde mit Studierenden der Kunstuni Linz zusammen durchgeführt (werden).

Beim "Bernhardzimmer" war Katharina Loidl (Experimentelle Gestaltung) mit ihrem Rasierklingenluster im Eingangsbereich vertreten. Clemens Kogler Malerei & Grafik) hat die Animationen für die Tischprojektion und die Fotomontage des Leuchtkastens gemacht. Margit Nobis, Absolventin der Kunstuniversität Linz (Experimentelle Gestaltung) hat die "Hermeneutic Wallpapers" gestaltet.

Leitung
O.Univ.-Prof. Dr.phil. Herbert Lachmayer

Bild Links: Das „Bernhardzimmer“ – ein neugotischer Raum im klassizistischen Stadtschloss Weimar, erbaut von Fürst Carl August von Sachsen-Weimar Eisenach zu Ehren seines Vorfahrens Bernhard Herzog von Sachsen-Weimar, Schlachtenheld des 30-jährigen Krieges. Links: Maria Pawlowna-Büste, Mitte: Tisch-Video-Animation/Fotomontage: Clemens Kogler, Medieninstallation: Daniel Dobler, Rechts: Münzvitrine: Martin Werner/Tobias Reher, Teppich: Gertrud Arndt (Bauhaus) für Vorwerk, Foto © Thomas Müller

Bild Rechts:  Das „Bernhardzimmer“ – ein neugotischer Raum im klassizistischen Stadtschloss Weimar, erbaut von Fürst Carl August von Sachsen-Weimar Eisenach zu Ehren seines Vorfahrens Bernhard Herzog von Sachsen-Weimar, Schlachtenheld des 30-jährigen Krieges. Links: Münzvitrine: Martin Werner/Tobias Reher, Carl August-Büste, Mitte: Tisch-Video-Animation: Clemens Kogler, Medieninstallation: Daniel Dobler, Rechts: In die „Hermeneutic Wallpaper“-Wand plan und rahmenlos eingelassener Flachbildschirm, der – abwechseln mit inhaltlichen Informationen – alle 40 Sekunden das Tapetenmuster einblendet, und so das Ornament wieder ergänzt. Bildfolge: Gerhard Müller, Herzog Bernhard-Büste, Teppich: Gertrud Arndt (Bauhaus) für Vorwerk, Foto © Thomas Müller

Bilder: Das „Bernhardzimmer“ – ein neugotischer Raum im klassizistischen Stadtschloss Weimar, erbaut von Fürst Carl August von Sachsen-Weimar Eisenach zu Ehren seines Vorfahrens Bernhard Herzog von Sachsen-Weimar, Schlachtenheld des 30-jährigen Krieges. Links: Schiller-Büste, Mitte: Lemure „Attrappe des Nationalwahns“ von Franz West, Rechts Maria Pawlowna-Büste, Tisch-Videoprojektion: Animation: Clemens Kogler, Medieninstallation: Daniel Dobler, Teppich: Gertrud Arndt (Bauhaus) für Vorwerk, Foto © Maik Schuck

Bild Links: Schillerbüste, Lemure „Attrappe des Nationalwahns“ von Franz West im „Bernhardzimmer“ im Stadtschloss Weimar, Foto © Margit Nobis

Bild Mitte: Mit "Hermeneutic Wallpaper" tapezierte Münzvitrine: Martin Werner/Tobias Reher, Foto © Thomas Müller

Bild Rechts: Das „Bernhardzimmer“ – ein neugotischer Raum im klassizistischen Stadtschloss Weimar, erbaut von Fürst Carl August von Sachsen-Weimar Eisenach zu Ehren seines Vorfahrens Bernhard Herzog von Sachsen-Weimar, Schlachtenheld des 30-jährigen Krieges. Links: „Hermeneutic Wallpaper“-Wand plan und rahmenlos eingelassener Flachbildschirm, der – abwechseln mit inhaltlichen Informationen – alle 40 Sekunden das Tapetenmuster einblendet, und so das Ornament wieder ergänzt. Bildfolge: Gerhard Müller, Herzog Bernhard-Büste, Vordergrund: Tisch-Video-Animation: Clemens Kogler, Medieninstallation: Daniel Dobler, Mitte rechts: Schiller-Büste, Rechts: Lemure „Attrappe des Nationalwahns“ von Franz West, Teppich: Gertrud Arndt (Bauhaus) für Vorwerk, Foto © Thomas Müller

Bild Links: "Fenster" - Leuchtkasten im Bernhardzimmer: Simulation des ursprünglichen Ausblicks vom Bernhardzimmer zum Ostflügel des Stadtschlosses Weimar hin, als hätte es den Zubau von 1914 nie gegeben. Fotomontage: Clemens Kogler, Foto © Margit Nobis

Bild Mitte: Links hinten: „Fenster“-Leuchtkasten im Bernhardzimmer. Vordergrund: Tisch-Videoprojektion, hinten rechts: Münzvitrine: Martin Werner/Tobias Reher Fotomontage und Animation: Clemens Kogler, Medieninstallation und Foto © Daniel Dobler

Bild Rechts: In die „Hermeneutic Wallpaper“-Wand plan und rahmenlos eingelassener Flachbildschirm, der – abwechseln mit inhaltlichen Informationen – alle 40 Sekunden das Tapetenmuster einblendet, und so das Ornament wieder ergänzt. Herzog Bernhard-Büste. Medieninstallation: Daniel Dobler, Bildfolge: Gerhard Müller, Tapete: Margit Nobis, Foto © Thomas Müller

Bild 1 und 2: „Hermeneutic Wallpaper“ mit Holz-Elementen aus dem Bernhardzimmer und den Köpfen historischer Weimarer Persönlichkeiten. Tapetenentwurf und Foto © Margit Nobis

Bild 3 und 4: Zugang zur Ausstellung mit dem „Breisach-Lüster“, Stadtschloss Weimar. Luster aus 4.200 Rasierklingen: Katharina Loidl, Foto © Margit Nobis

Bild Links und Mitte: Eingang zum „Bernhardzimmer“, Stadtschloss Weimar, Vitrinen: n-o-m-a-d, Tapeten: Margit Nobis, Teppich: Gertrud Arndt (Bauhaus) für Vorwerk, Foto © Thomas Müller

Bild Rechts: Mit den „Hermeneutic Wallpapers“ tapeziertes Stiegenhaus. Tapetenentwurf: Margit Nobis, Teppich: Gertrud Arndt (Bauhaus) für Vorwerk, Foto © Thomas Müller

Alle Bilder: Mit den „Hermeneutic Wallpapers“ tapeziertes Stiegenhaus im Stadtschloss Weimar. Wallenstein-Harnisch, ein Geschenk von Carl August ans Hoftheater in den 1790er Jahren, Tapetenentwurf: Margit Nobis, Teppich: Gertrud Arndt (Bauhaus) für Vorwerk, Foto © Thomas Müller

Bilder Links und Mitte: Ausstellungstitel im Eingangsbereich des Treppenhauses, Stadtschloss Weimar. Typografie: Kai Matthiesen, Foto © Thomas Müller

Bild Rechts: In die „Hermeneutic Wallpaper“-Wand plan und rahmenlos eingelassener Flachbildschirm, der – abwechseln mit inhaltlichen Informationen – alle 40 Sekunden das Tapetenmuster einblendet, und so das Ornament wieder ergänzt. Medieninstallation: Daniel Dobler, Bildfolge: Gerhard Müller, Tapete: Margit Nobis, Foto © Daniel Dobler

Ausstellungscredits
Herbert Lachmayer (Kurator und Gestaltung)
Gerhard Müller, Ellen Bierwisch, Christoph Schmälzle (Vize-KuratorInnen,Produktion, Recherche)
Gerd-Dieter Ulferts, Jochen Klauß (Wissenschaftliche Beratung)
Folker Metzger (Kulturvermittlung)
Margit Nobis (Hermeneutic Wallpapers)
Daniel Dobler (Digital Media)
Katharina Loidl (Breisach-Lüster)
Franz West (Lemure)
Clemens Kogler (Animationen)
Kai Matthiesen (Typografie)
Bettina Post, Martin Werner, Tobias Reher (Architects / Aufbau)

Ausstellungsdauer
29. November 2009 bis 17. Februar 2010
Freitag bis Sonntag 10.00 bis 16.00 sowie auf Anfrage
Südflügel des Stadtschlosses zu Weimar

Zu den bedeutendsten Raumschöpfungen im Stadtschloss Weimar, die der Öffentlichkeit zur Zeit verborgen sind, gehört das neugotische Bernhardzimmer. Im Rahmen des Projekts Premieren des Wandels macht der Kurator Herbert Lachmayer diesen Memorialraum für Herzog Bernhard von Sachsen-Weimar zum Gegenstand einer künstlerischen Intervention, welche die Brüche und Wunden des kulturellen Gedächtnisses freilegt. Im Zentrum stehen die Bernhard-Rezeption und das nationale Phantasma der im Zeitalter Carl Augusts wiederentdeckten Gotik.
Während Goethe sich der Bitte seines Fürsten entzog, eine Bernhard-Biografie zu verfassen, erkannte sich Carl August als Vertreter reichspatriotischer Positionen in seinem großen Ahnen wieder. Die Präsentation umfasst auch Teile des Treppenhauses, das 1914 zur Erschließung des Südflügels errichtet wurde, wodurch das Bernhardzimmer seinen ursprünglichen architektonischen Zusammenhang verlor. Die Intervention im Bernhardzimmer zeigt in multimedialer Verfremdung die drei Karrieren des Herzogs: als „protestantischer Wallenstein“ im Dreißigjährigen Krieg, als Identifikationsfigur für Carl August, als kriegerisches Idol der Nationalsozialisten.
Bereits im Treppenhaus empfängt den Besucher eine Tapete von Margit Nobis, die aus neugotischen Dekorationselementen und den Köpfen der Protagonisten komponiert ist. An der Stelle von Bernhards Prunkharnisch, den das Großherzogliche Haus 1929 verkaufte, steht eine gespensterhafte Lemure von Franz West. Eine Simulation zeigt den Ausblick, der sich vom Bernhardzimmer vor Errichtung des Südflügels bot. Verbindendes Element ist der farbenfrohe Teppich aus der Bauhauszeit. Den Ein- und Ausgang markiert Katharina Loidls Breisach- Lüster aus 4.000 Rasierklingen.
Seit 2008 folgt die Klassik Stiftung Weimar einem auf zehn Jahre angelegten Masterplan, dessen Kernstück die Entwicklung des Stadtschlosses zum Zentrum des Kosmos Weimar ist. Die unter Beteiligung Goethes errichtete Residenz war ein zentraler Schauplatz der Klassik.
Sie steht zu Unrecht im Schatten der Dichterhäuser. Im Zuge der Sanierung wird ein kulturgeschichtlicher Rundgang entstehen, der den Besuchern auch bisher unzugängliche Bereiche des Baudenkmals erschließt. Schon vor Beginn der Baumaßnahmen ermöglicht das Projekt Premieren des Wandels Interventionen von Kunst und Wissenschaft in ausgewählten Räumen des Schlosses.

Dank an:
Kunstuniversität Linz, DA PONTE Research Center Wien, BMUKK, Vorwerk Teppiche, Wilkinson Sword, Stiftung der Länder Bonn, Land Thüringen

 

Kunstuniversität Linz, DA PONTE Research Center Wien, BMUKK, Vorwerk Teppiche, Wilkinson Sword, Stiftung der Länder Bonn, Land Thüringen