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Die Botschaft

im Rahmen des Festivals
„Die Stadt von Morgen“ – Schauspiel Köln

Larissa Meyer, Barbara Seyerl

"Die Botschaft" © Larissa Meyer, Barbara Seyerl , 2018

Die Botschaft war eine temporäre performative Installation im Rahmen des Festivals „Die Stadt von Morgen“, veranstaltet vom Schauspiel Köln. Administration und Kontrolle der Besucher und ihrer Bewegung stellen einen höchst repressiven Zugang zu der Gestaltung der Stadt und den urbanen Hierarchien dar.
Abertausenden Regeln strukturieren die 12m² große, repräsentative Botschaft und leiten die Besucher ordentlich durch die akkurate Sammlung von abgelegten Fotos der Stadt. Diese werden von der Botschafterin effizient kategorisiert und sortiert. Dabei gelten die architektonischen Kategorien Wohnen, Arbeit, Freizeit und Mobilität, die sich in der Tiefe jedoch in unendliche Unterkategorien zerlegen: türkische Häuser, sichtbar gekennzeichneter Durchgang, versteckte Türen, ineffizientes Kleidungsstück, expressiver Pessimismus (selbstreferenziell), … um sie dann in einer anderen Weise wieder versammeln zu können. Die Überzeichnung offenbart eine Subjektivität in der Bewertung. Mit dem Instrumentarium der Kategorisierung hat man vielleicht alles "im Griff", doch reproduziert sich ein eigens aufgebauten System, eine Sichtweise, die die Stadt mit ihren Bewohnern und ihrem subjektiven Stadterleben außen vor lässt.
Die Botschaft entlarvt das Konstrukt der Effizienz, der Kategorisierung und Reglementierung als einen fragwürdigen Versuch die Stadt in Ordnung zu bringen.

Installation, 2018
raum&designstrategien
Institut Raum und Design

"Die Botschaft" © Larissa Meyer, Barbara Seyerl , 2018