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TALK

Konversionen. Kunst und Theorie

18. Jänner 2022, 9.30 bis 20.00 Uhr ONLINE via Webex

Die Abteilung Kunstgeschichte und Kunsttheorie lädt von 9.30 bis 20.00 Uhr zu einem Programm mit Präsentationen und Gesprächen zwischen Kunst und Theorie.

Webex-Teilnahmelink nach Anmeldung unter sarah.rinderer@ufg.at

Die Veranstaltungsreihe Konversionen. Kunst und Theorie im Rahmen des gleichnamigen Seminars spielt mit der Frage, wie sich die Praxen Kunst und Theorie zueinander verhalten, welche Formen der Verbindung und Abgrenzung möglich sind und wie ihre jeweiligen Selbsttechniken in den Blick geraten. Im Rahmen des Programms werden verschiedene Abschluss- und Doktorarbeiten vorgestellt, die besonders sorgsam über die eigene Sprache, das Schreiben und das Sprechen reflektieren.

Zu Gast sind die Künstler*innen und Wissenschaftler*innen Doris Hiesl, Martha Westhoff, David Wittinghofer, Sarah Rinderer, Petra Köhle, Nicolas Vermot-Petit-Outhenin, Marina Belobrovaja und Ulrike Hanstein.

Programm


9.30 Uhr | Anne von der Heiden, Hemma Schmutz (Lentos Kunstmuseum Linz): Begrüßung
10.00 Uhr | Dagmar Schink (VALIE EXPORT Center Linz), Doris Hiesl, Martha Westhoff: Buchpräsentation Wer begreift, hat Flügel. Essays zu, mit und ausgehend von VALIE EXPORTs Archiv
11.00 Uhr | David Wittinghofer: Entschuldigung bitte, wer spricht?
13.15 Uhr | Sarah Rinderer: » – . ! : Zeichen setzen zwischen Kunst, Literatur und Musik
14.45 Uhr | Petra Köhle, Nicolas Vermot-Petit-Outhenin: transkribieren, sprechen, wiederholen. Transformation als künstlerische Praxis
16.15 Uhr | Marina Belobrovaja: Vom Schreiben über das ungute Gefühl, auf der richtigen Seite zu stehen
18.00 Uhr | Ulrike Hanstein: Adjungierte Dislokationen. Filmaktion und Dokumentation bei VALIE EXPORT

DETAILLIERTE INFORMATIONEN


9.30 Uhr | Anne von der Heiden, Hemma Schmutz (Lentos Kunstmuseum Linz): Begrüßung

10.00 Uhr | Buchpräsentation: »Wer begreift, hat Flügel«. Essays zu, mit und ausgehend von VALIE EXPORTs Archiv, hrsg. von Anne von der Heiden und Sarah Rinderer

Kunstwissenschaftliche Praxis ist immer eine Praxis der Konversion, eine Form der Übersetzung, die im Einlassen auf das sprachliche Medium begreifen will. Nach einer Einführung zum Kooperationsprojekt von Dagmar Schink (VALIE EXPORT Center Linz) stellen Doris Hiesl und Martha Westhoff stellvertretend für die verschiedenen Auseinandersetzungen Studierender der Kunstuniversität Linz mit VALIE EXPORTs künstlerischer Position und ihrer Materialsammlung ihre essayistischen Beiträgevor.

Doris Hiesl: Im Habitus der Dringlichkeit! Zum Vorlass von VALIE EXPORT

Doris Hiesl unterrichtet an verschiedenen höheren Schulen und besucht Kurse des Masterstudiengangs Medienkultur- und Kunsttheorien an der Kunstuniversität Linz.

Martha Westhoff: Die privaten Kunstschaffenden. Eine fragende Betrachtung von VALIE EXPORTs PROJEKT STUDIE α) ZEITSTRUKTUR: IDENTITÄT

Martha Westhoff studierte Kunstwissenschaft und Medienwissenschaft in Berlin, Potsdam und im WS 2018/19 an der Kunstuniversität Linz. Ihr Masterstudium schloss sie mit einem spekulativen feministischen Kurzfilm ab. In ihrer künstlerisch-wissenschaftlichen Praxis legt sie den Fokus auf Körperpolitiken und Macht.

Pause

11.00 Uhr | David Wittinghofer: Entschuldigung bitte, wer spricht?

In einer Rekapitulation seiner künstlerisch-wissenschaftlichen Auseinandersetzung im Rahmen der Diplomarbeit im Fach Kulturwissenschaften mit der Fernsehserie Das bewaffnete Auge – VALIE EXPORT im Dialog mit der Filmavantgarde (ORF/1984) spricht David Wittinghofer von dialogischen Monologen und anderen Missverständnissen.

David Wittinghofer studierte Bildende Kunst und Angewandte Kulturwissenschaften an der Kunstuniversität Linz und beschäftigt sich insbesondere mit der Frage, was es eigentlich bedeutet, Kunst zu machen bzw. Künstler*in zu sein.

Mittagspause

13.15 Uhr | Sarah Rinderer: » – . ! : Zeichen setzen zwischen Kunst, Literatur und Musik

Sarah Rinderer spürt in ihren Diplomarbeiten der Bildenden Kunst und Kulturwissenschaften den Möglichkeiten nach, Zeichen zu setzen: zwischen Kunst, Literatur und Musik, Praxis und Theorie; zwischen der Konzertperformance » – . ! :, die sich mit der Sonifizierung von Interpunktionszeichen beschäftigt, und der schriftlich-reflektierenden Auseinandersetzung mit der sprachlichen, visuellen, musikalischen und performativen Qualität von Lücken, Pausen und Stille.

Sarah Rinderer ist Autorin, Künstlerin und Universitätsassistentin in der Abteilung für Kunstgeschichte und Kunsttheorie an der Kunstuniversität Linz. Schwerpunkte ihrer Arbeit sind die Beschäftigung mit der Sprache an sich, ihren Leerstellen sowie das Schreiben zwischen Literatur, Kunst und Theorie.

Pause

14.45 Uhr | Petra Köhle, Nicolas Vermot-Petit-Outhenin: transkribieren, sprechen, wiederholen. Transformation als künstlerische Praxis

Das Künstlerduo beschäftigt in seiner Arbeit – wie auch im kollaborativen PhD transkribieren,sprechen, wiederholen. Transformation als künstlerische Praxis – mit Skripten, Transkriptionen und Wiederholung, mit Leerstellen von Repräsentation und räumlicher Präsenz von Erinnerung sowie subjektiven und flüchtigen Zugängen zu Geschichte. In oft bühnenartigen Settings arbeiten Petra Köhle und Nicolas Vermot-Petit-Outhenin mit Video, Sound, Fotografie und Text.

Petra Köhle und Nicolas Vermot-Petit-Outhenin leiten gemeinsam das Forschungsprojekt Mémoire institutionnelle: esthétiques politiques du don au Palais des Nations und seit 2020 den Master of Arts in Public Spheres an der EDHEA – Schule für Gestaltung und Hochschule für Kunst Wallis. Ausstellungen unter anderem im Museum für moderne Kunst, Frankfurt, Palais de Tokyo, Paris, KUMU, Tallinn und im Kunstverein Wagenhalle, Stuttgart.

Pause

16.15 Uhr | Marina Belobrovaja: Vom Schreiben über das ungute Gefühl, auf der richtigen Seite zu stehen

Das art-practice-based PhD-Projekt Das ungute Gefühl, auf der richtigen Seite zu stehen setzte sich mit dem Begriff des »Politischen« als Charakteristik künstlerischer Produktion anhand von neun ausgewählten Künstler*innenpositionen aus der Deutschschweiz auseinander. Das Vorhaben mündete in ein zwischen Dokumentation und Fiktion, Analyse und Kunst oszillierendes Artefakt, das sich um eine produktive Destabilisierung des überlieferten Verhältnisses zwischen künstlerischer Praxis, theoretischer Analyse und kunstgeschichtlicher Einbettung bemüht.

Marina Belobrovaja ist Künstlerin, Filmemacherin und Dozentin an der Hochschule Luzern Design&Kunst. Sie arbeitet multimedial zu Themen wie Produktions- und Konsumbedingungen, nationale Zugehörigkeit, Migrationsrecht und Biopolitik, ebenso wie zu Strategien und Methodologien künstlerischer Praxis.

Pause

18.00 Uhr | Ulrike Hanstein: Adjungierte Dislokationen. Filmaktion und Dokumentation bei VALIE EXPORT (Vortrag im Rahmen der Reihe relatifs)

Wie kann die gattungsübergreifende Schreib-, Film- und Archivpraxis von VALIE EXPORT Auffassungen des Films als Performance, als Kunst, als Arbeit und als Forschungsmethode erweitern? An Materialien zu VALIE EXPORTs Expanded Cinema-Arbeit und Filminstallation Adjungierte Dislokationen (1973) untersucht der Vortrag den Arbeitsprozess und die materielle Überlieferung einer Performance-basierten experimentellen Filmproduktion. Notizen, Zeichnungen, Diagramme, Konzepttexte, Drehpläne und Schnittlisten werden eingehender betrachtet, um die besonderen Funktionen der Schreibarbeit im künstlerischen Produktionsprozess zu erhellen und ihre Rolle für gegenwärtige Aneignungen zu bestimmen.

Ulrike Hanstein ist Professorin für Filmwissenschaft an der Internationalen Filmschule Köln. Ihre transdisziplinären Forschungsinteressen sind feministische Film- und Videopraktiken, Experimentalfilm, Performance Art, dokumentarische Arbeitsweisen, Künstlerinnen-Archive, Näheverhältnisse zwischen Kunst und Theorie sowie Modelle und Methoden der Mediengeschichtsschreibung.

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