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TALK

Adjungierte Dislokationen. Filmaktion und Dokumentation bei VALIE EXPORT

18. Jänner 2022, 18.00 Uhr ONLINE via Webex

Vortrag von Ulrike Hanstein im Rahmen der Reihe "relatifs".


Webex Zugangslink: kuni-linz.webex.com

Die ephemeren, körper- und materialorientierten Kunstaktionen der 1970er Jahre hatten immer ein Double: die Dokumentation. An Materialien zu VALIE EXPORTs Expanded Cinema-Arbeit und Filminstallation Adjungierte Dislokationen (1973) untersucht der Vortrag den Arbeitsprozess und die materielle Überlieferung einer Performance-basierten experimentellen Filmproduktion. Notizen, Zeichnungen, Diagramme, Konzepttexte, Drehpläne und Schnittlisten werden eingehender betrachtet, um die besonderen Funktionen der Schreibarbeit im künstlerischen Produktionsprozess zu erhellen und ihre Rolle für gegenwärtige Aneignungen zu bestimmen. In VALIE EXPORTs künstlerischer Praxis rücken Schreibarbeit und Filmaufnahme als sich gegenseitig instruierende und dokumentierende Verfahren zusammen. Als miteinander verschränkte Bewegungen des Herstellens lassen das Schreiben, Zeichnen und Filmen die Unterscheidung zwischen verkörperter Aktion und referenzieller Dokumentation, zwischen Werk und Kommentar, zwischen ästhetischen Objekten und Protokollen der Produktion fraglich werden. Im Zentrum des Vortrags steht die Frage, wie die gattungsübergreifende Schreib-, Film- und Archivpraxis von VALIE EXPORT Auffassungen des Films als Performance, als Kunst, als Arbeit und als Forschungsmethode erweitern kann.

Ulrike Hanstein
ist Professorin für Filmwissenschaft an der Internationalen Filmschule Köln. Ihre transdisziplinären Forschungsinteressen sind feministische Film- und Videopraktiken, Experimentalfilm, Performance Art, dokumentarische Arbeitsweisen, Künstlerinnen-Archive, Näheverhältnisse zwischen Kunst und Theorie sowie Modelle und Methoden der Mediengeschichtsschreibung. Gegenwärtig arbeitet sie an einem Buch zu Film- und Videodokumentationen der Performance Art. Darin untersucht sie – ausgehend von Recherchen in Archiven und Sammlungen – Akte des Dokumentierens und Praktiken der Archivierung und Musealisierung prozessualer Kunstformen.


Aktuelle Publikationen:

„Revue und Recherche: Jade Montserrats Performance Shadowing Josephine (2013)“, in: MAP – Media | Archive | Performance, 11 (2020). www.perfomap.de/revue-und-recherche-jade-montserrats-performance-shadowing-josephine-2013

„Feminist Studio Workshop Videoletter: Performances der Zuneigung, Zueignung und Verbundenheit“, in: Nach dem Film 17/2019. nachdemfilm.de/feminist-studio-workshop-videoletter

Die Veranstaltungsreihe wird von Karin Harrasser (Kunstuniversität Linz, Kulturwissenschaft) und Anne von der Heiden (Kunstuniversität Linz, Kunstgeschichte und Kunsttheorie) ausgerichtet.

Die Vortragsreihe im Überblick