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EXHIBITION

River in Transition

Eröffnung: 5. Nov. 2019, um 18.00 Uhr; Ausstellung bis: 16. Nov. 2019 kulturtankstelle, Dametzstrasse 14, 4020 Linz

Beteiligung Studierender von Raum und Design am Interreg-Projekt CULTPLATFORM_21, Studio DAHD. 

Das kollaborative Projekt Studio DAHD (Studio for Danube’s Artistic Heritage Development / Studio für die künstlerische Entwicklung des Donauerbes) ist eines der Pilotprojekte, die in das Interreg DTP Projekt „Danube Culture Platform – Creative spaces in the 21th century“ („Kulturplattform Donauraum – kreative Räume im 21. Jahrhundert“) implementiert sind.

Ziel des kollaborativen Pilotprojekts Studio DAHD war es eine Plattform zu bieten, für einen gemeinsamen Arbeitsprozess, eine engere Kooperation zwischen den Projektpartnern und eine Einbeziehung der HEI Institutionen. Das Konzept wurde von Prof. Dr. Elisabeth Schweeger und Prof. Dr. Sabine Pollak entwickelt, die bei der Durchführung gemeinsam mit Prof. Dr. Dubravka Lazić und Mag. Nadezhda Pavlova auch als Mentorinnen agiert haben. Partner des kollaborativen Pilotprojekts Studio DAHD sind: PP1 (Oberösterreichisches Kulturquartier), PP2 (Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg), PP4 (Kultusministerium Bulgarien), ASP1 (Akademie der Künste, Universität Novi Sad) ebenso wie das LP (Bundeskanzleramt von Österreich).

Innerhalb des gemeinsamen Pilotprojekts wurde von den einzelnen Partnern jeweils eine Partneruniversität oder eine Gruppe von Student*innen ernannt. Unter der Leitung der Mentorinnen aus Deutschland, Österreich, Bulgarien und Serbien erfolgte die Durchführung der Forschung und des Pilotprojekts in Zusammenarbeit.

Der erste Teil des Projekts fokussierte sich auf die Erforschung und Identifikation von Orten und historischen Ereignissen entlang des Donaubeckens, die ein vergessenes oder verborgenes Erbe der Region bilden. Die Projektpartner haben im Anfangsstadium des Projekts eine Liste dieser Stätten des verborgenen Donauerbes erstellt, die im Arbeitsprozess der Student*innen und Mentorinnen verwendet wurde. Unter der Führung und Expertise der Mentorinnen wurden aber auch neue Stätten des verborgenen Donauerbes definiert.

Student*innen und Mentorinnen, die an dem Studio DAHD beteiligt sind, stammen aus verschiedensten Bereichen: Architektur, Darstellende Kunst, Filmregie und –bearbeitung, Musikproduktion, Kamera, Bildende Kunst, Bildhauerei und Fotografie.

Die Vielfalt der Projekte, der Themen und Fragestellungen, mit denen sich die Student*innen auseinandersetzten, werden in der gemeinsamen Ausstellung „River in Transition“ präsentiert. Die Ausstellung eröffnet in Bulgarien (Ruse) und wandert in dem Zeitraum Mai bis November 2019 über Serbien (Novi Sad) und Deutschland (Ludwigsburg) nach Österreich (Linz). Die Projekte werden ebenfalls innerhalb des Future Book präsentiert, das über die CultPlatForm_21-Projekthomepage verfügbar sein wird.

Überblick der studentischen Projekte

Annika Schäfer, (Agnes Szedlak) (DE), erkundete in der Arbeit “DIE HYMNE”/“THE ANTHEM“ die Vielfalt des Donauerbes, die sie mit Fokus auf die vielfältige Volksmusik der Region hervorhebt und setzt damit einer forcierten Vereinheitlichung die Diversität als definierende Eigenschaft der EU entgegen.

Die serbischen Student*innen Ružica Anja Tadić, Filip Kljakić, Stefan Dimić und Marija Savanović fokussierten sich in ihrem Projekt “DANUBE’S FAIRY”/”DIE DONAUFEE” auf immaterielles Erbe, und zwar auf die Mythologie der Donau und die sogenannte Donaufee. Dieses Thema wurde in einem Film über das immaterielle Donauerbe verarbeitet, der in einer audio-visuellen Installation präsentiert wird.

Tatjana Aranka Schinko (AT) entwickelte das Projekt “BOTTOM-UP-BRIDGE”, das von Nimmervoll dokumentiert wurde. Brücken und deren sozio-ökonomischer Einfluss stehen im Zentrum dieses Projekts, oder genauer gesagt die Abwesenheit von Brücken in den letzten 1000km des Donaulaufs, wo es insgesamt nur sechs Brücken gibt. Was bedeutet die Abwesenheit von Kommunikation für die Menschen, die dort leben? Wie können Brücken bottom-up, also ohne über größere Mittel zu verfügen, gebildet werden? Können dadurch bestimmte Arten von Gemeinschaft gebildet werden und welche Prozesse werden dadurch angeregt? Sind Gemeinschaften ein verborgenes Erbe? Durch räumliche Interventionen an zwei Orten, die keinen gleichwertigen Zugang zum europäischen Leben haben, werden wir diese Fragen beantworten.

Linda Jeromane (AT) entschied sich für den Fokus auf die Donau als  “DER FLUSS DER JUGEND”/“THE RIVER OF YOUTH” und erforschte die Wasserqualität und deren Auswirkungen auf die Menschen, die am Fluss leben. Diese Recherche gilt der Essenz der Donau, dem Wasser als solches, einer Sammlung von Wasser und deren Präsentation als Schönheitsprodukt, die Wasserqualität als Reflexion unserer inneren Schönheit.

Debora Tautscher (AT) konzentrierte sich auf “UNKONVENTIONELLE MUSEEN”/“UNCONVENTIONAL MUSEUMS”, für gewöhnlich private Sammlungen, die vor der Öffentlichkeit fast versteckt existieren und auch nicht im kulturellen Sichtfeld sind, weil sie kulturelles Erbe der eher ungewöhnlichen Art sind. Wie das Golf-Museum in Regensburg, das Dachs-Museum in Passau, das Apotheken-Museum in Bratislava, das Zahn-Museum in Linz, das Flipper-Museum in Bratislava etc.

Fabian Widukind Penzkofer (DE) nähert sich dem Thema in seiner Performance „ICH BIN DAS VERBORGENE ERBE“/“I AM THE HIDDEN HERITAGE” von der persönlichen Perspektive  seiner eigenen Familiengeschichte, die die Verbindungen, Migartion und gemeinsamen Erinnerungen verschiedener Nationen und Gemeinschaften entlang der Donau in Sprache, Küche, Geschichten und Spielen reflektiert.

Lucca Donalies, (Agnes Szedlak)  (DE) erforschte “DIE DONAUQUELLE”/ “THE DANUBE SPRING”, die nicht genau lokalisierbar ist, da sich der Fluss aus verschiedenen Wasserquellen  bildet. Ähnlich verläuft es auch mit dem kulturellen Donauerbe, das sich aus unzähligen kulturellen Einflüssen heraus bildet.

Das bulgarische Team: Denislav Stoychev, Ekaterina Tsolova, Irina Hristova, Hristo Rusev und Marieta Grosheva recherchierten umfangreich zu dem verborgenen Donauerbe und haben dabei die Hinterlassenschaften des römischen Imperiums, natürliche Ressourcen, Erbe der sozialistischen Ära, jüdisches Erbe, Fischerei-Kultur und osmanisches Erbe untersucht. In der Präsentation Through their presentation titled „ZEITREISENDE KISTEN“/“TIME TRAVELLING BOXES” portraitieren sie das architektonische Erbe der letzten 150 Jahre und reflektieren dabei die Veränderung des Blicks, mit dem Gesellschaften diese Bauten und Monumente betrachten und betrachtet haben.

Eva Schmolmüller (AT), erforschte in ihrem Projekt “DIS|CONNECTED” die Uferregionen der Donau, ausgehend von Beispielen aus der Region Linz und mit Fokus auf die verschiedenen Arten der Ufernutzung in den Ländern entlang der Donau, die das Ufer auf unterschiedlichste Arten formt. Das Ufer und dessen diverse Nutzung in den verschiedenen Regionen (entlang ein und desselben Flusses), sind das Thema von Evas Arbeit.

Thomas Gimpl (AT), präsentiert seine eigene Dichtung in “NOTIZBLÖCKE”/“NOTEPADS”, die Geschichten der Donau aus vergangenen Jahrhunderten reflektieren. Die Gedichte repräsentieren einen Dialog zwischen der Donau und dem Autor. Das Geschichtenerzählen an sich bezieht sich auf die Ursprünge der Zivilisation an der Donau, die sich auch in den dunkelsten Zeiten durch Geschichten und Kunst entwickelt hat.

Su-Mara Kainz (AT) erschuf eine ungewöhnliche und abstrakte audio-visuelle Installation mit dem Titel „ATMOSPHÄRE DONAU, eine sinnliche Annäherung“/“ATMOSPHERE DANUBE, a sensual approach” in der sie die Farben und Lichtatmosphäre der Donau mithilfe von sorgsam ausgewählten Donausteinen verschiedenster Färbungen und Größe abbildet.

Julian Stepper (AT) kreiiete sein “DER VAGABUND: EIN REISENDES MUSEUM”/“THE VAGABOND: A MUSEUM ON THE MOVE” Projekt, das den Flussverlauf der Donau durch Städte, Dörfer und Landschaften nachverfolgt. Die mobile Brücke des Vagabunden verbindet die kulturell, politisch und sozi-ökonomisch unterschiedlichen Ufer der Donau.

Öffnungszeiten: DI bis SA von 15.00 bis 19.00 Uhr

© Tatjana Aranka Schinko

© Violetta Wakolbinger