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MITTEILUNG

Festival der KulturRegion Stuttgart 2020

15. Oktober, ab 15.00 Uhr an der Halle, Ostfildern

Unter Beobachtung. Kunst des Rückzugs

Festival: 25. September bis 18. Oktober 2020
In 21 Städten der Region

Vor dem Hintergrund einer immer transparenter werdenden Gesellschaft untersucht die KulturRegion Stuttgart die changierende – oder sich sogar auflösende – Grenze zwischen Privatheit und Öffentlichkeit.

Hubert Lobnig, Leiter der Künstlerischen Praxis an der Kunstuniversität Linz, und Iris Andraschek beteiligen sich mit ihrem Projekt und Kunstspaziergang am Schwerpunkttag, 15. Oktober 2020 an der Halle, Ostfildern.

Einrichten, ein Spiel. 

Iris Andraschek & Hubert Lobnig

"From Private Space to Public Space to Private Space to Public Space und zurück Das Festival 2020 mit dem Titel Die Kunst des Rückzugs behauptete visionär, dass sich die Menschen zunehmend in private Zonen zurückziehen und dass der öffentliche Diskurs in social media sich zunehmend an privaten Befindlichkeiten orientiert. Das Konzept des Festivals wurde Mitte März von der Realität überholt, als zuerst in Österreich, kurz danach auch in Deutschland alle Menschen ins private Exil gedrängt wurden, aus dem sie jetzt zwar Schritt für Schritt wieder entlassen werden, das aber ohne sich gegenseitig annnähern zu können. Physical distancing, (gefährlicherweise oft als social distancing bezeichnet) gilt als oberste Regel weiterhin.

In unserem Projekt werden Menschen in Ostfildern durch unterschiedliche Medien und Plattformen Fragen gestellt und gebeten, Antworten an uns rückzumelden. Zugleich bitten wir sie, sich in ihren "öffentlichen" Rollen in ihren Privaträumen zu inszenieren und sich zu fotografieren, zu portraitieren. Aus den Rückmeldungen und Reaktionen werden Tafeln an­gefertigt, die in die Remise gehängt und an öffentlichen Wegen und neuen Routen, die sich auf Grund der Corona-Krise gebildet haben, temporär aufgestellt. Dafür werden Systeme des Bauhofs im öffentlichen Raum benützt oder partiell, fragile Displays eingesetzt. Die Betonung bei den Fragen und Antworten ist, über das Private und das Öffentliche zu reflektieren und über die eigene Rolle in diesen Räumen, kritisch nachzudenken. Zugleich wird nachgefragt, was das Positive ist, das Menschen für ihre Zukunft aus ihren Pandemie­erfahrungen mitnehmen können. Perspektiven, Visionen, Utopien, Möglichkeiten. Im öffentlichen Raum in der ehemaligen Remise, die nur mit Vorhängen vom öffentlichen Raum abgegrenzt ist und dadurch schon einen sehr spannenden Ort bildet, inszenieren wir für einen Zeitraum ein großes Wohn- und Lebenszimmer im öffentlichen / halböffentlichen Raum. Teppiche werden ausgelegt. Möbel aufgestellt. Die Installation ist (je nach Lage der Corona Gesetze) mit Bauzäunen abgegrenzt und nur für geladene Personen an speziellen Zeiten zugänglich und benützbar. Das, was in dem Wohnzimmer passiert, wird über Video oder einen Monitor / mehrere Monitore nach außen übertragen. Die Menschen können dort sprechen, arbeiten, rasten, diskutieren.
Je nach Möglichkeiten: An den Markttagen bilden die Möbel ein ansprechendes Ambiente zwischen den Marktständen, für Wartende und Weilende. Auch der Vorbereich könnte an manchen Tagen - zum Beispiel an den Markttagen - partiell möbliert werden. Im Vorbereich der Remise wird am runden Metallgestell / Gerüst zum Abgang der Tiefga­rage ein Schriftzug angebracht, der auf das Projekt aufmerksam macht - eine Grundthese zum Projekt / der Titel des Projektes / eine poetische Analogie. Die Buchstaben dafür werden aus wetterbeständigen Platten ausgeschnittenen. Dieser Text ist zugleich Ankünder und künstlerische Arbeit." Hubert Lobnig
www.kulturregion-stuttgart.de/ostfildern-iris-andraschek-hubert-lobnig
irisandraschek.com
www.hubertlobnig.com

Programm.pdf