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Präventionszeit und Präventivfachkräfte

Betriebe sind verpflichtet, Präventivfachkräfte (Sicherheitsfachkräfte, ArbeitsmedizinerInnen, weitere Fachkräfte, wie z. B. ArbeitspsychologInnen) im erforderlichen Ausmaß, das sich an den betrieblichen Verhältnissen und Gefahren bemisst, zu beschäftigen. Die im ArbeitnehmerInnenschutzgesetz (ASchG) festgelegte Präventionszeit für Betriebe mit über 50 ArbeitnehmerInnen gibt dafür ein Mindestausmaß vor. Sie ergibt sich aus der Anzahl der MitarbeiterInnen und der Art der Arbeitsplätze.

Für Büroarbeitsplätze und Arbeitsplätze mit vergleichbaren Belastungen (geringe körperliche Belastungen), werden 1,2 Stunden pro ArbeitnehmerIn kalkuliert. Für alle anderen Arbeitsplätze sind es 1,5 Stunden pro ArbeitnehmerIn, wobei Teilzeitbeschäftigte anteilsmäßig einberechnet werden.

Mit 1. Jänner 2020 beläuft sich die Präventionszeit an der Kunstuniversität Linz auf 277,5 Stunden pro Kalenderjahr.

Von dieser Präventionszeit stehen 40 Prozent für die Sicherheitsfachkraft und 35 Prozent für den/die ArbeitsmedizinerIn zur Verfügung. Die verbleibenden 25 Prozent können für sonstige geeignete Fachkräfte verwendet werden. Welche das sind, orientiert sich an der gegebenen Gefährdungs- und Belastungssituation.

Sicherheitsfachkraft und ArbeitsmedizinerIn

Sowohl Sicherheitsfachkräfte als auch ArbeitsmedizinerInnen haben die Aufgabe, den/die ArbeitgeberIn, die ArbeitnehmerInnen, die Sicherheitsvertrauenspersonen und den Betriebsrat in Hinblick auf eine gesundheitsfördernde Arbeitsgestaltung zu beraten und den/die ArbeitgeberIn bei der Erfüllung der Pflichten auf diesem Gebiet zu unterstützen. Darüber hinaus legen Sicherheitsfachkräfte ihren Fokus auf Arbeitssicherheit, Unfallverhütung und Brandschutz. ArbeitsmedizinerInnen hingegen nehmen Gesundheitsschutz und Gesundheitsförderung in den Blick, wiewohl die Grenzen zwischen beiden Bereichen fließend sind.

Der/Die ArbeitgeberIn ist verpflichtet, in allen Fragen bezogen auf Arbeitssicherheit und Unfallverhütung eine Sicherheitsfachkraft hinzuzuziehen. Gleiches gilt für das Beiziehen von ArbeitsmedizinerInnen hinsichtlich des Erhaltens und der Förderung der Gesundheit am Arbeitsplatz und der Verhinderung arbeitsbedingter Erkrankungen.

Abgesehen davon legt das Gesetz u. a. folgende Situationen fest, in denen auf die Expertise einer Sicherheitsfachkraft und/oder der Arbeitsmedizin zurückgegriffen werden muss:

  • Bei der Planung von Arbeitsstätten.
  • Bei der Beschaffung und Änderung von Arbeitsmitteln.
  • Bei der Einführung oder Änderung von Arbeitsverfahren und der Einführung von Arbeitsstoffen.
  • Bei der Erprobung und Auswahl von persönlichen Schutzausrüstungen.
  • Bei arbeitsphysiologischen, arbeitspsychologischen, sonstigen ergonomischen und arbeitshygienischen Fragen – mit Schwerpunkt Arbeitsrythmus, Arbeitszeit- und Pausenregelung in der Arbeitsmedizin – sowie der Gestaltung der Arbeitsplätze und Arbeitsabläufe.
  • Bei der Ermittlung und Beurteilung von Gefahren.
  • Bei der Festlegung von Maßnahmen zur Gefahrenverhütung.
  • Bei der Organisation der Unterweisung der MitarbeiterInnen sowie bei der Erstellung von Betriebsanweisungen.

Bei der Organisation des Brandschutzes und von Maßnahmen zur Evakuierung zu unterstützen, ist in erster Linie Aufgabe der Sicherheitsfachkraft. Die Beratung in Hinblick auf die Organisation der Ersten Hilfe wiederum liegt primär im Kompetenzbereich der Arbeitsmedizin, ebenso bei Fragen in Zusammenhang mit Arbeitsplatzwechsel oder der (Wieder-)Eingliederung von beeinträchtigten Personen in den Arbeitsprozess.

Abgesehen von ihrer Beratungs- und Unterstützungstätigkeit, die oftmals mit Besichtigungen der Arbeitsstätten bzw. Arbeitsplätze einhergeht, ermitteln und untersuchen Sicherheitsfachkräfte und Arbeitsmediziner*innen die Ursachen von Arbeitsunfällen, arbeitsbedingten Erkrankungen und Gesundheitsgefahren. Arbeitsmediziner*innen führen außerdem arbeitsmedizinische Untersuchungen von Mitarbeiter*innen und Schutzimpfungen, die mit der Tätigkeit der Arbeitnehmer*innen in Zusammenhang stehen, durch.

Präventivfachkräfte müssen ihre Tätigkeit und Ergebnisse dokumentieren und ggf. Berichte und Programme bezogen auf Arbeitssicherheit und Arbeitsgestaltung bzw. Gesundheitsschutz und Gesundheitsförderung erstellen (siehe Arbeitsplatzevaluierung und Dokumentation). 

Sicherheitsfachkraft der Kunstuniversität Linz


Christoph Zipritz
AMD Arbeitsmedizinischer Dienst GmbH
Kaplanhofstraße 1
4020 Linz 
Zipritz@amd.at  

Arbeitsmediziner*in der Kunstuniversität Linz


Dr.in Monika Zajac-Zöchbauer
AMD Arbeitsmedizinischer Dienst GmbH
Kaplanhofstraße 1
4020 Linz
+43 (0)676 84 700 2608
mzz@amd.at