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SELBER LINZER

35 Bachelor- und Masterstudierende
Kooperationsprojekt
Keramik

Selber Linzer ist ein Projekt, in dem sich Studierende des Bachelor- und Masterstudiums Keramik mit Identität im regionalen und globalen Kontext auseinandergesetzt haben. Zum einen mit der Identität als in Linz lebende Studierende, zum anderen mit ihrer Identität als KünstlerInnen, die sich mit Porzellan und Keramik beschäftigen und als solche auch ihren Bezug zum europäischen Porzellanzentrum Selb wahrnehmen.

In der ersten Phase ging es darum, vom eigenen „Aktionsradius“ ausgehend Identitäten der Stadt Linz/Identität in der Stadt Linz zu ergründen. Die Studierenden begaben sich hierfür auf Spurensuche an ihrem Studienort.
Maria Baumgartner, verantwortliche Projektleiterin: „Identität manifestiert sich in sehr unterschiedlichen Aspekten. Der persönliche Zugang sollte nicht beschränkt werden, daher sind auch die Arbeitsergebnisse inhaltlich so breit gefächert. Dazu gehört sowohl die Auseinandersetzung mit sozialen und öffentlichen Räumen (Kachelofen für ein Altenheim, Grün im Büro, Speisegeschirr für Alle, Linz Hauptplatz, Computermouse Linz 09), mit Individualität (Familie, Hand in Hand, viele hüllen, Der Schritt von Adisa), Verbindungen (Reigen, Hybrid), wie auch mit der Würde und Verletzlichkeit von Individuen (Hühnerdenkmal, Table Dancers, Ganz privat), mit Atmosphäre (Linz in Bewegung), Internationalität (Hier und dort), gesellschaftlichen Rollen (Schuhobjekte) und dem Seelenleben (Klangkörper) oder Körperbewusstsein (Lichtinstallation, Objektinspirationskorpus) – eben mit all dem, was die Identität einer Stadt, aber auch die Identität von BewohnerInnen, von Menschen die in Linz leben, ausmachen kann.
Ursprünglich wollten wir aus dem Thema ein Linz09 Projekt entwickeln, das ist aber leider nicht zustande gekommen. Das Porzellanikon hatte schon länger die Einladung zu einer Kooperation ausgesprochen und unterstützte von Anfang an dieses Projekt.“

Von Linz nach Selb
Das Porzellanikon ist ein beeindruckend großer Komplex aus mehreren Museen: Europäisches Porzellanmuseum, Museen der Porzellanindustrie und Geschichte der keramischen Technologie, des technischen Porzellans, Rosenthal Museum, Studiensammlung und Archiv, Bibliothek, Ausstellungshallen für Gegenwartskunst und Design. Es liegt nahe der deutsch-tschechischen Grenze auf der Höhe von Prag und zählt zu den bedeutungsvollsten keramischen Institutionen und Studienzentren Europas.
Bis 1969 waren hier Porzellanmanufakturen ansässig. Nachdem sie stillgelegt worden waren gelang es der Stadt Selb, nicht zuletzt durch den Weitblick des Museumsleiters Wilhelm Siemen, das ehemalige Produktionsareal zum Mittelpunkt des europäischen Keramiknetzwerkes und zu einer Begegnungsstätte für KünstlerInnen und Designer zu entwickeln. Seit 2003 gibt es einen regen Austausch zwischen der Kunstuniversität Linz und dem Porzellanikon.
Im Sommersemester 2006 machten sich die teilnehmenden Studierenden daran ihre Ideen zur Stadt Linz in Selb umzusetzen. Während dieser Projektphase konnten die KeramikstudentInnen in Vorträgen und Workshops, durch das Angebot der Museen, am gewaltigen geistigen und handwerklichen Know-how partizipieren. Es folgte eine intensive Beschäftigung mit dem Ambiente um den Auftritt in der denkmalgeschützten Architektur richtig zu zelebrieren.
Wilhelm Siemen: „Die Fabrik als Ort der Innovation und Gestaltungsfreude: Künstler lassen sich inspirieren von ihren Räumen, von den massigen Rundöfen, den Dielen und Wänden, die die Spuren der Porzellanerzeugung in sich tragen, wie den Geruch, Künstler nehmen sich zur Aufgabe, Dinge zu gestalten, die mit diesen Räumen eine Symbiose eingehen…SELBER LINZER: der Titel formuliert das Verbindende, Gemeinsame“.
Als Linzer Keramikkünstler kommt man gerne nach Selb, hier spürt man sich selber, hier ist man gerne Selber. Der Titel SELBER LINZER spiegelt diese Symbiose wieder. Er ist als Wortspiel, aber auch als Frage zu verstehen.

Präsentation
Die Ergebnisse des städteübergreifendes Projekts wurden in einer großen internationalen Ausstellung vom 8.7. bis 15.10. 2006 auf 600 m² in Selb ausgestellt und in einem Katalog dokumentiert.

Von Selb nach Linz
In einer dritten Phase wurden jene Arbeiten aus dem Projekt die sich explizit auf Linz beziehen noch einmal zusammengefasst sowie um neue ergänzt, weiterentwickelt und als Anmerkungen zu Linz  von 1. bis 8. März 2007 im alten Rathaus ausgestellt. Dies bot auch den Anlass, den Katalog in Linz zu präsentieren.

Projektgruppe
Hillary Allen, Susanne Bader, Klaudija Blazu, Eva Daxl, Angelika Fritz, Therese Frühling, Michael Ganahl, Gabriele Gruber-Gisler, Katharina Gusenbauer, Melanie Haselbacher, Darija Juras, Gideon Koval, Eva Knoll, Katharina Blanka Knoll, Li Weizhao, Judith Luger, Iztok Maroh, Stefan A. Mair, Daniela Oberlehner, Friederike Oegerer, Park InSook, Benedikt Pleschko, Simone Rossmann, Eszter Rupp, Silke Ruppert, Alina Sauter, Caesar Schlägel,  Gerda Schoissengeier, Ingrid Sterrer,  Elisabeth Wedenig, Daniel Wetzelsberger, Arno Wilthan, Birsen Ünlütürk, Elke Zauner, Ulrike Zerzer

Betreuung
Univ.-Prof. Maria Baumgartner, Univ.-Prof. Ingrid Smolle, Univ.-Prof. Canan Dagdalen, Univ.Ass. Grete Geffke

Zeitraum
Studienjahre 2005 bis 2006

Techniken/Materialien
Große Vielfalt keramischer Materialien und Techniken, Mixed-Material- und Mixed-Media-Kombinationen, Videos, Animationen, Fotos, Musik Performance

Kooperationspartner
Porzellanikon Selb, Stadt Linz (Publikation)