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Arthur Summereder

Drag Racing: ein US-amerikanischer Breitensport als Widergänger nationaler Geschichts-Mythen. Analyse einer soziokulturellen Erscheinung am Beispiel Detroit.

Beginn des PhD-Programms / Start of the PhD-Program​: SS 2018

Betreuung / Supervision: 
Robert Pfaller

Die gegenständliche Arbeit begreift den Motorsport Drag Racing als bildliche Trope eines im nationalen Kollektiv USA geteilten Geschichts-Narrativs das sich mit dem Begriff Frontier umschreiben lässt. Ich möchte mich dabei auf den Aspekt einer Kampfzone konzentrieren – eines paradoxen, fortwährenden Konflikts zwischen einer naturgegebenen Ordnung und der eingreifenden Zivilisation. Die Gegenspieler dieser Auseinandersetzung treten dabei in verschiedener Gestalt auf, der Begriff blieb daher nicht auf sein ursprüngliches geografisches Bezugsfeld (der fortschreitenden Kolonialisierung des Kontinents) beschränkt. Er wurde als rhetorische Figur auf verschiedene Bereiche übertragen im Zusammenhang mit Fortschritt. Dieser Antagonismus im Kontext der US- amerikanischen Geschichte lässt sich besonders eindrücklich anhand des nationalen Filmschaffens studieren. Er lässt sich als stilprägendes Leitmotiv im Genre des Westerns wie auch des Gangsterfilms benennen.

Der Forschungsansatz zielt auf eine medienreflexive Untersuchung zu Struktur und Funktionsweisen des Kinos hinsichtlich der Ausgangsthese. Im Zentrum steht dabei das häufig miss-verstandene Wesen des Dokumentarfilms als einer Wahrheit dar- bzw. herstellenden Abbildung, sowie auf die spezifische Rolle des US-amerikanischen fiktionalen Kinos, insbesondere des Westerns, in der Erzeugung kollektiver Vergangenheitsphantasmen. Im Zuge dieser Untersuchung soll über die Filmgeschichte hinaus auch ein Licht auf Vorläufer des Kinos fallen. Insbesondere der Gattung des barocken Emblems soll dabei einige Aufmerksamkeit gewidmet sein in seiner technischen Verwandtschaft als dreiteiliger Verschränkung von Wort und Bild, sowie seiner motivatorischen, der Herstellung moralischen Konsens. Diese Bezugnahme soll u.a. dabei helfen, einen erkenntnisbegünstigenden Betrachtungsabstand zum primären Untersuchungsfeld Kino zu gewinnen. Dadurch soll in dieser Arbeit das Verhältnis beleuchtet werden zwischen: bildlich, filmisch tauglicher Allegorie (das Alltagsphänomen Drag Racing im Sinne der Ausgangsthese interpretiert) sowie einer Metapher-Darstellung im Sinne Lacans, als Symptom von Verdrängung.

Kurz-Biographie / Short Bio 
Lebt und arbeitet filmschaffend in Wien und Ort im Innkreis.
Diplom an der Akademie der bildenden Künste Wien 2013 bei Harun Farocki, Gastsemester in Beirut und Nizza.

 

 

© Bernd Hofbauer