zum Inhalt

DRÜBER

Das Multisensuelle Aufzugprojekt

Kerstin Reyer, Sophie Netzer

"DRÜBER" © Kerstin Reyer, Sophie Netzer, 2018

Architektur lebt von den Handlungen und wird erst dann zum Erlebnis. Jedes Gebäude und jeder Ort wurde für einen bestimmten Zweck und für eine bestimmte Bestimmung gebaut.
Der im letzten Semester eröffnete Transzendenzaufzug, weicht von der ursprünglichen Bestimmung eines Lastenaufzugs ab und bietet den Studenten und Besuchern die Möglichkeit die Stadt aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Der Lift durchstößt das Dach und damit den Schutzraum des Gebäudes und wird durch die gläserne Materialität zum Aussichtsturm mit einer 360-Grad-Rundumsicht auf die Stadt und deren Umgebung. Ein Erlebnis, welches stark von inneren- und äußeren Einflüssen des Individuums abhängig ist und den Ort des Aufzuges zu einem Aufenthaltsort macht und zum Verweilen einlädt. Diesen Moment des Verweilen im architektonischen Raum nutzen wir und schaffen durch Interventionen und Performances einen atmosphärischen Erlebnis- und Gemeinschaftsraum. Die Besucher werden in ein unerwartetes Spektakel geführt und mitgenommen auf eine erlebnisreiche Aussichtsfahrt. Der Nicht Ort wird zur Bühne und Treffpunkt verschiedener Menschen und Charaktere, sie verlieren sich im Gespräch, bei einem Getränk in einer Geschichte oder bekommen die Aussicht auf die Stadt musikalisch untermalt. Durch die gemeinschaftliche Handlung wird der zuvor sterile und enge Raum des Aufzuges zu einem atmosphärischen Raum mit Verweilqualität. Ein Näherkommen und Kennenlernen auf engsten Raum. Man teilt sich die Luft zum Atmen und die einzige Ausweichmöglichkeit ist es den Knopf des Aufzuges zu drücken um in eins der verschiedenen Stockwerke zu fliehen. Der Raum ist das Ziel. Mit dem Projekt „Drüber6.0“ nutzen wir den Raum um das individuelle Erlebnis zu einem Gemeinschaftserlebnis zu machen. Auch im Zeitraum der Best off Ausstellung wollen wir den Aufzug mit wöchentlichen Aktionen bespielen und den gegeben Raum für noch mehr Menschen, auf die besondere Art und Weise, zugänglich zu machen.

Intervention, 2018
raum&designstrategien
Institut Raum und Design

"DRÜBER" © Kerstin Reyer, Sophie Netzer, 2018