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PhD-Programm | Ablauf

Mit der Umwandlung von Kunsthochschulen in Universitäten der Künste 1998 erhielten die Kunstuniversitäten das Promotionsrecht. Damit wurde das traditionell wissenschaftliche Spektrum von Dissertationen um Themen und Praktiken der künstlerisch-wissenschaftlichen Forschung (auch „Arts-Based Research“ oder „Artistic Research“ genannt) erweitert. Die Doktoratsstudien an den Kunstuniversitäten haben seither enormen Zulauf erhalten: Die Zahl der belegten ordentlichen Doktoratsstudien an österreichischen Kunstuniversitäten haben sich im Zeitraum 2000 bis 2016 verfünffacht. Damit einher ging ein Boom der künstlerisch-wissenschaftlichen Forschung. Dieser Trend ist auch für die Kunstuniversität Linz gültig: Im Zeitraum zwischen 2000 und 2016 hat sich die Zahl der belegten ordentlichen Doktoratsstudien von 13 auf 80 versechsfacht.

An der Kunstuniversität Linz gibt es einen Studienplan für das PhD, das Spektrum reicht von rein wissenschaftlichen Dissertationen bis zu wissenschaftlich-künstlerischen PhD-Projekten. Dementsprechend schlagen die bearbeiteten Themen der PhD-Projekte einen weiten Bogen: Städtereisefotos als fotografische Konstruktionen touristischer Imagination, der Amateurfilm und der Mikrofilm als sein Archiv, Crowdsourcing in der Kunst oder die Gestaltung von Musikinstrumenten für Graupapageien sind einige exemplarische Beispiele. Unter dem Menüpunkt DoktorandInnen und AbsolventInnen können Sie Themen und Kurzbeschreibungen laufender wie abgeschlossener PhD-Projekte einsehen.

Das PhD-Studium hat eine Mindeststudiendauer von sechs Semestern. Im Vordergrund steht die Arbeit am eigenen PhD-Projekt. Die DoktorandInnen werden nicht als Studierende betrachtet, sondern haben den Status von NachwuchsforscherInnen („early-stage researchers“). Das PhD-Programm soll die AbsolventInnen dazu befähigen, eigenständige künstlerisch-wissenschaftliche Forschungsleistungen zu erbringen, die durch neue Erkenntnisse oder einen neuen Blickwinkel zur Weiterentwicklung des Forschungsfeldes insgesamt beitragen.

Der Start in das PhD-Programm bis zur formalen Inskription hat folgenden Ablauf:
1.     Studienberatung
2.     Prüfung der formellen Voraussetzungen
3.     Exposé des PhD-Projekts
4.     Festlegung PhD-BetreuerIn(nen)
5.     Universitätsinterne Prüfung Exposé 
6.     Formale Inskription

InteressentInnen am PhD-Programm kommen zu einem der Studienberatungstermine, wo relevante Informationen über Zugang und Ablauf des PhD-Programms gegeben werden. Darauf folgend werden die formellen Zugangsvoraussetzungen der KandidatInnen geprüft.
Um inskribieren zu können, müssen die KandidatInnen ein Exposé auf einem qualitativ hohen Level vorweisen können. Es handelt sich um ein Konzept für das PhD-Projekt im Umfang von 5 bis 10 Seiten und soll die folgenden Elemente beinhalten:
  -  Abstract
  -  Kontext der Forschung
  -  Fragestellung, Projektziel(e)
  -  Forschungsstand
  -  Aktualität und Innovationspotenzial
  -  Methodik
  -  Zeitplan
  -  Ausgewählte Literatur

Mit Hilfe des erarbeiteten Exposés können InteressentInnen betreuungsberechtigte MitarbeiterInnen der Kunstuniversität Linz kontaktieren, die im Themenfeld ihres projektierten PhD-Projekts versiert sind. Eine Liste an möglichen PhD-BetreuerInnen finden Sie hier. Besteht Interesse an einer Zusammenarbeit und wird das Exposé als sehr gut bewertet, kann eine Betreuungszusage erfolgen (Unterschrift auf dem Antrag auf Zulassung / Betreuungszusage). Die Betreuerin bzw. der Betreuer kann jedoch auch eine weitere Ausarbeitung und Verbesserung des Exposés vorschlagen, bevor es zu einer Inskription kommt.
Kommt es zu einer Betreuungszusage, ist das Exposé sowie der von der Betreuerin bzw. von dem Betreuer unterzeichnete "Antrag auf Zulassung / Betreuungszusage" zur universitätsinternen Prüfung an die Abteilung Kunst.Forschung zu übermitteln.
Der letzte Schritt ist die formale Inskription. Dazu werden u.a. folgende Unterlagen benötigt: Antrag auf Zulassung (Unterschrift von BetreuerInnen sowie Abteilung Kunst.Forschung), akzeptiertes Exposé, Reisepass, Zeugnisse, Internet-Voranmeldung etc. Mehr Informationen hierzu finden Sie hier. Bitte beachten Sie die entsprechenden Inskriptionsfristen!

Da die DoktorandInnen als eigenständige NachwuchsforscherInnen begriffen werden, gibt das PhD-Curriculum kaum Vorgaben bezüglich der zu absolvierenden Leistungen und zu acquirierenden Kompetenzen. Die Betreuungsvereinbarung, die zwischen DoktorandIn und BetreuerIn in den ersten sechs Monaten nach Inskription abgeschlossen werden muss, tritt an diese Stelle. Sie stellt einen individuellen Forschungsvertrag zwischen BetreuerIn und DoktorandIn dar und umfasst alle Leistungen und Arbeitsschritte, die von der Doktorandin bzw. dem Doktoranden bis zur Defensio zu erfüllen sind. Der Forschungsvertrag ist auf die jeweiligen Stärken und Schwächen der PhD-Studierenden und auf den weiteren zukünftigen beruflichen Werdegang ausgerichtet. Die Betreuungsvereinbarung soll auf alle Fälle einen Zeit- und Arbeitsplan, das Exposé, die Frequenz der Feedbackgespräche sowie eine Verpflichtungserklärung zur Einhaltung der Regeln guter wissenschaftlicher Praxis enthalten. Des Weiteren können folgende Elemente Bestandteil der Vereinbarung sein: Absolvierung von Workshops, Abhaltung von Lehrveranstaltungen, Besuch von Konferenzen, Tagungen oder Ausstellungen, Kuratierung einer Ausstellung, Herausgabe von Publikationen etc. etc.
Während der PhD-Phase ist einmal pro Semester, mit Ausnahme des ersten und letzten Semesters, verpflichtend ein von der Betreuerin bzw. von dem Betreuer unterzeichneter Fortschrittsbericht
(1-2 Seiten) in der Abteilung Kunst.Forschung abzugeben.
Des Weiteren wird eine verbindliche Teilnahme an den einmal im Semester stattfindenden
PhD-Kolloquien
(NachwuchsforscherInnen-Konferenz der Kunstuniversität Linz) erwartet. Im Laufe des PhD-Projekts muss dort zumindest einmal ein aktiver Beitrag abgehalten werden.
Am Ende des PhD-Programms steht die Defensio, wo das abgeschlossene PhD-Projekt präsentiert und verteidigt wird.  

Die Abteilung Kunst.Forschung organisiert das Rahmenprogramm rund um das PhD-Programm: Das einmal pro Semester stattfindende PhD-Kolloquium dient der gemeinsamen Diskussion, dem Austausch und der Reflexion zwischen den DoktorandInnen und dem wissenschaftlich-künstlerischen Personal der Kunstuniversität Linz. Darüber hinaus werden weitere Veranstaltungen organisiert. Über geplante Veranstaltungen, Workshops und aktuelle Informationen können sich PhD-Studierende im Bereich Aktuelles informieren. Des Weiteren steht der PhD-Email-Verteiler PhD.Studierende@LISTS.ufg.ac.at für die Kommunikation mit und zwischen den PhD-KandidatInnen zur Verfügung. DoktorandInnen der Kunstuniversität Linz steht auch das Weiterbildungsangebot für das Personal zumindest teilweise offen.
Die selbstorganisierte Vernetzung und die Setzung von eigenen Impulsen wird von der Kunstuniversität Linz sehr unterstützt. Sollten Sie Unterstützung bei der Vernetzung mit anderen PhD-KandidatInnen benötigen, Ideen für Veranstaltungen, Workshops oder z.B. Lesekreise haben oder andere Impulse setzen wollen, setzen Sie sich bitte gerne mit der Abteilung Kunst.Forschung in Verbindung.  

An der Kunstuniversität Linz gibt es grundsätzlich keine Stipendien für die Durchführung eines PhD-Projektes. Ausführliche Informationen zu möglichen Förderschienen finden Sie hier. Bei der Erstellung von Projekt- oder Förderanträgen berät und begleitet Sie die Abteilung Kunst.Forschung sehr gerne.    

Kunst.Forschung

Dr. Veronika Schwediauer
veronika.schwediauer@ufg.at
M: +43 (0) 676 84 7898 2202
MO bis MI nach Terminvereinbarung

Mag. Reinhard Gupfinger MA
reinhard.gupfinger@ufg.at 

Dr. Andre Zogholy
andre.zogholy@ufg.at
T: +43 (0) 732 7898 229

Hauptplatz 6
4010 Linz | Austria