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Über das Wohnen im Bilde sein

Romana Hagyo

Romana Hagyo, Silke Maier-Gamauf: Test.Test.Liegen, 2018

Das Forschungsprojekt macht Konzeptionen des Öffentlichen und Privaten in ausgewählten Darstellungen des Wohnens in der bildenden Kunst kritisch zum Thema. Die Arbeit ist als Forschung an der Schnittstelle von Wissenschaft und Kunst konzipiert und nutzt die Zugänge der Kunstwissenschaften, im Speziellen der Visual (Culture) Studies, und der bildenden Kunst. Aus einer repräsentationskritischen Perspektive wird zur Diskussion gestellt, dass visuelle Darstellungen nicht abbilden, sondern Realität schaffen. ‚Im Bilde zu sein’ bedeutet nicht nur, etwas zu wissen, ein Bild von etwas zu haben, sondern auch, wörtlich genommen, im Bild drin – Teil des Bildes – zu sein.

In diesem Sinne liegt der Fokus auf Blickverhältnissen, räumlichen Anordnungen und Geschlechterkonstruktionen in ausgewählten künstlerischen Darstellungen des Wohnens. Es werden Kunstprojekte von Maja Maja Bajević, Christian Hasucha, Dorit Margreiter und anderen diskutiert, welche die Schnittstelle öffentlicher und privater Räume im Wohnen zum Thema machen. Parallel werden die genannten Themen in der eigenen künstlerischen Arbeit, den Projekten „Test.Test.Liegen“ und „SOFA-STOFF“ von Romana Hagyo und Silke Maier-Gamauf untersucht. Es wird nach dem Potential der Kunstwerke gefragt, Darstellungskonventionen und Erzählungen vom Wohnen in Frage zu stellen oder umzuschreiben, beispielsweise die Vorstellung vom Daheim als privatem Ort des Zuhause-Seins. Es wird zum Thema gemacht, dass so genannte private und öffentliche Räume abhängig von Geschlecht*, Herkunft, sozialer Situation und weiteren Faktoren nicht allen Personen zur Verfügung stehen oder zugänglich sind. Dies zeigt sich in den thematisierten künstlerischen Arbeiten im Kontext von Flucht, Migration und Obdachlosigkeit.

Dissertation, 2019
Bildende Kunst / Kunstgeschichte und Kunsttheorie

Romana Hagyo, Silke Maier-Gamauf: Test.Test.Liegen, 2018